Gavino Ledda

Nach seinem durchschlagenden Erfolg mit seiner Autobiographie war Ledda unter anderem noch Autor, Regisseur und Darsteller im Film Ybris, der ebenfalls einen Ausschnitt aus seinem Leben zeigte.

Später zog Ledda wieder in sein Heimatdorf Siligo, wo er als freier Schriftsteller und Bauer in einem Haus in der Via Vittorio Emanuele lebt.

Im Oktober 2005 beantragte Ledda bei den örtlichen Behörden den Schutz der Gegend um Baddevrústana, dem Weideland seiner Kindheit, da dort verschiedene Bebauung stattfand und Müll abgeladen wurde. Am 17. Dezember desselben Jahres wurden am Abend Schüsse auf sein Haus abgefeuert, die den Türflügel durchbohrten und eine Vitrine im Korridor zerstörten. Ledda, der gerade vor seinem Kamin die Nachrichten schaute, wurde nicht verletzt. Er ließ verlauten, dass er sich davon nicht einschüchtern lasse, da er an die Gerechtigkeit glaube, die Natur liebe und darum bitte, respektiert zu werden.

2006 gewann Gavino Ledda den Premio Nonino in der Kategorie Literatur. Der seit 1977 vergebene Preis wird an Werke verliehen, die vom ländlichen Leben und der ländlichen Kultur erzählen. Die Prämierung erfolgte am 28. Januar 2006.

Seit einigen Jahren arbeitet Ledda daran, die richtige Sprache für eine Erzählung mit dem Titel „Die Gangart der Natur“ zu finden. Außerdem plant er eine Erzählung mit dem Titel „Il tempo del minore“, dass das Problem der Kinder, die durch den Zwang zur Arbeit um ihre Kindheit gebracht wurden, allgemeiner betrachten soll.

Seit dem Sommer 1970 schrieb Gavino Ledda an Entwürfen seiner Autobiographie, von 1972 bis 1974 arbeitete er an der endgültigen Fassung der Erzählung. 1975 wurde der erste Teil seiner Autobiografie unter dem Titel Padre Padrone bei Feltrinelli veröffentlicht, das Buch beschrieb seinen Lebensabschnitt von 1944 bis 1962. Der Roman wurde noch 1975 mit dem angesehenen Literaturpreis Premio Viareggio ausgezeichnet, verkaufte sich in Italien mehr als 1,5 Millionen Mal und wurde in 40 Sprachen übersetzt – 1978 erschien er als Mein Vater, mein Herr auf Deutsch. DieVerfilmung des Buches von den Brüdern Vittorio und Paolo Taviani gewann 1977 die Goldene Palme in Cannes. Das Buch markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der sardischen Erzählungen – mit Ausnahme von Grazia Deledda gibt es keinen sardischen Autor, der so viel weltweit gelesen wurde.

 

Quelle: Wikipedia

 

Titel in unserem Programm:

Padre Padrone, Mein Vater, mein Herr