Flaubert, Gustave

Nach erfolglosem Jurastudium und Ausbruch eines Nervenleidens widmete sich Flaubert, der schon früh Schreibversuche unternommen hatte, ganz der Schriftstellerei. Ab 1846 lebte er zurückgezogen auf dem elterlichen Gut in Croisset, unternahm aber einige Reisen, u. a. nach Italien, Griechenland, Nordafrika und in den Orient. Heute gilt Flaubert als führender Vertreter des französischen Realismus. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Madame Bovary, Salambo, Drei Erzählungen (zu denen Ein schlichtes Herz gehört und der unvollendete Roman Bouvard und Pécuchet.

Für seine Drei Erzählungen unterbrach Gustave Flaubert die Arbeit an Bouvard und Pécuchet. Die mittlere davon, Ein schlichtes Herz, schildert, wie sich eine Frau – Flaubert nennt sie Félicité (Glückseligkeit) – immer wieder den Interessen anderer unterordnet und ihre eigenen vernachlässigt. Zum Ende ihres Lebens widmet die vereinsamte Félicité ihre ganze Selbstaufopferung einem Papagei, mit dem sie auch nach dessen Tod in ausgestopftem Zustand kommuniziert. „Das ist keineswegs ironisch, wie Sie vielleicht denken, sondern sehr ernst und sehr traurig“, bemerkte Flaubert dazu. Und  Jean Rouaud kommentierte 2001 in der FAZ: „Mehr noch als Madame Bovary ist die Unglückliche mit dem Namen Félicité unverkennbar Flaubert selbst.“

Titel in unserem Programm:

Bouvard und Pécuchet

Ein schlichtes Herz

November